Nachhaltige Verpackungskonzepte

Michael Graf und Laura Gascho von Schubert begutachten eine Folienverpackung.

Nachhaltige Verpackungen

Tüfteln, Testen,

Eintüten

Die PPWR bringt Bewegung in die Verpackungswelt. Doch nachhaltige Verpackungen entstehen nicht allein durch neue Vorgaben. Deshalb forscht Schubert mit seinen Partnern auch abseits der EU-Verordnung an Strategien, die die Auswahl einer umweltfreundlichen Verpackung erleichtern. Denn letztendlich geht es immer um die Balance zwischen Umwelt, Effizienz, Kosten und Produktschutz. In diesem Entscheidungsprozess möchten wir FMCG-Hersteller kompetent unterstützen.


Keine Frage, jedes Kundenprojekt ist einzigartig. Jede Maschine, jedes Format, jede Verpackung. Das macht die Beratungs- und Entwicklungsarbeit in unserem Packaging Competence Center PCC so spannend. Zum Beispiel bei der neuesten Verpackungsanlage für Impfstoffe von Schubert-Pharma. Was uns aber ebenfalls beschäftigt, sind grundsätzliche Verpackungsstrategien: Welche Produkte brauchen welche Verpackungen? Welche neuen Materialien gibt es? Welche Materialien lassen sich maschinell verarbeiten? Mit welchen Verfahren soll die Dichtheit einer Verpackung getestet werden?

Eine Kunststoff-Schlauchbeutelverpackung aus Monomaterial mit einem Schubert-Etikett.

Dicht ist nicht gleich dicht

Eine häufige Anforderung der Schubert-Kunden lautet: „Mach mir bitte eine dichte, umweltschonende Lebensmittelverpackung.“ Doch dicht ist nicht gleich dicht. Wasserdicht, luftdicht, dicht gegen Aromaverlust oder Fett, dicht im Wasserbadtest, dicht im Druckkammertest – das sind nur einige der vielen Möglichkeiten. Ohne solche Informationen lässt sich kein geeignetes Verpackungsmaterial auswählen und auf Tauglichkeit testen. Es gibt aber einen viel simpleren Ansatz, und der funktioniert so: „Mach mir bitte eine umweltschonende Verpackung für meine Chips.“ Wer dann schon weiß, welche Eigenschaften eine Chipstüte braucht (unter Profis heißt das eigentlich Beutel) und wie sie am besten auf Dichtheit getestet wird, kommt schneller zu einer nachhaltigen Lösung.

Geforscht wird gemeinsam

An solchen Produkteigenschaften und Verpackungstests arbeiten wir zusammen mit unseren Partnern. Dieses Netzwerk ist im letzten Jahr auf 19 Mitglieder angewachsen. Regelmäßig sprechen wir mit Materiallieferanten für Wellpappe und Vollkarton, Kunststoffverarbeitern, Faserguss-Herstellern, Universitäten und Technologieunternehmen für das Fügen von Materialien. Wir diskutieren über die Zukunft der Verpackung und testen gemeinsam Materialien und Verpackungen in unserem Packaging Competence Center. Technologie und Automation weisen uns die Richtung – sie sind die wichtigsten Eckpfeiler für eine nachhaltigere Verpackungswelt. Die Aha-Erlebnisse gibt es für uns gratis dazu: Wider Erwarten braucht eine Chipstüte gar keine Alubeschichtung auf der Innenseite, um die Snacks knackig frisch zu halten.


>> Der neue Weg zur nachhaltigeren Lösung startet beim Produkt selbst, nicht mehr bei der produktüblichen Verpackung.

Portrait von Michael Graf, Leiter Packaging Competence Center, Gerhard Schubert GmbH

„Neue Materialien brauchen neue Technologien. Bei Schubert verbinden wir beides – als Vorreiter für das nachhaltige automatische Verpacken der Zukunft.“

Michael Graf, Leiter Packaging Competence Center, Gerhard Schubert GmbH

Ein Stapel aus Kartonverpackungen mit den typischen Dotlock-Löchern auf einer Palette.

Dotlock auf dem Prüfstand

Konkreter wird es bereits bei unseren Dotlock-Verpackungen: Unsere selbst entwickelten leimfreien Kartonverpackungen fahren weiterhin testweise fleißig im Lkw mit. In der Zwischenzeit arbeiten wir daran, sie zuverlässig, effizient und schnell zu verarbeiten. Im Klartext heißt das, einen Flachzuschnitt maschinell ohne Leim zu verbinden und die Dots so zu stanzen, dass die Verpackung fest zusammenhält. Dafür haben wir reihenweise Tests im Labormaßstab durchgeführt. Wir wollten herausfinden, wie die Werkzeuge für das Falten und Stanzen beschaffen sein müssen. Mathematisch ist das eine Gleichung mit sehr vielen Unbekannten: Dicke der Kartonage, Durchmesser der Löcher, Dicke der Stanzspitze, Kraft beim Stanzen, Anzahl der Dots und weiteres. Es braucht also viele Versuche und Daten, um für den Werkzeugbau bestimmte Grundparameter definieren zu können. Wie unsere Maschinen Dotlock automatisiert verarbeiten werden? Fortsetzung folgt!

Eine zusammengeklappte ReDiPack-Box baut sich auf und wird mit einem Deckel verschlossen.

Shelf-ready-Box als automatisierbare Mehrweglösung

Abseits unserer Forschungen haben wir im PCC die von Schoeller entwickelte Verpackung ReDiPack automatisiert und gemeinsam eine ganz handfeste, zukunftssichere Lösung für den Einzelhandel geschaffen: ReDiPack ist eine Displaybox mit Deckel aus recycelbarem Polypropylen, die bis zu 30-mal wiederverwendet werden kann. Extrem leicht, hygienisch, stapelbar, klapp- bzw. steckbar und immer wieder neu etikettierbar. Verwendet wird sie wie eine Shelf-ready-Box, mit dem Vorteil, dass sie kräftig CO2 spart und sich ohne Messer öffnen lässt. Noch besser wird die Mehrwegbox jetzt, weil sie sich automatisch in unseren Verpackungsanlagen aufrichten lässt. Dafür haben wir ein spezielles Formatwerkzeug entwickelt, eine Versuchsmaschine gerüstet und die flexible Lösung auf einem Kunden-Event vorgeführt: Einfach das Werkzeug tauschen und der Wechsel von Einwegverpackungen zur Mehrwegbox oder wieder zurück ist für den Händler vollzogen. Im Testlauf einer großen Handelskette hat sich die Mehrwegbox schon bewährt. Ein weiterer von vielen kleinen Nachhaltigkeitsschritten für uns und unsere Kunden.